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Photovoltaikversicherung

Weltweit werden täglich etwa 330.000 Solarmodule auf Freiflächen oder Dächern montiert. Bis April 2014  wurden bereits In Deutschland über 1,4 Millionen Solaranlagen installiert. Versicherungskonzerne bieten den Eigentümern der Anlagen spezielle Photovoltaik-Versicherungen an. Die Police sichert Risiken wie zum Beispiel Diebstahl, Feuer, Hagel, Sturm und Tierverbiss ab. Eine Photovoltaik-Versicherung übernimmt neben den entstandenen Schaden auch die Kosten für die fehlenden Einnahmen. Durch die Ertragsausfallversicherung sind Sie gegen den Ausfall Ihrer Anlage geschützt. Wer über die Gesamtlaufzeit der Anlage keine bösen Überraschungen erleben möchte, sollte unbedingt über einen passenden Versicherungsschutz nachdenken.

Vor welchen Schäden schützt mich eine Photovoltaikversicherung?

Die konkreten Konditionen einer Photovoltaikversicherung müssen Sie beim Versicherer oder Makler erfragen. Wir haben für Sie im Folgenden einige Schadensfälle aufgelistet.

  • Blitzschlag
  • Feuer
  • Kurzschluss
  • Tierverbiss
  • Diebstahl
  • Vandalismus
  • Sturm und Hagel
  • Erdbeben

In der Regel übernimmt der Versicherer alle anfallenden Kosten, welche bei Zerstörung der Solaranlage anfallen. Die Zahlung von Ertragsausfall sollte ebenfalls zur Versicherungsleistung gehören. Wer sich eine neue Anlage anschafft, der sollte mögliche Schadensfälle von der Anlieferung bis zur fachgerechten Inbetriebnahme vom Fachinstallateur mit der beauftragten Firma klären, denn in diesem kurzen Zeitfenster greift die Versicherungsleistung nicht. Ein Installateur sollte während der schadensanfälligen Zeit bis zur Inbetriebnahme eine eigene Versicherung besitzen.

Schadensfälle von Außen werden von den meisten Versicherungen übernommen, zum Beispiel Marderbiss. Tierverbiss ist auf dem Land besonders verbreitet und stellt die häufigste Schadensmeldung dar. Ein Viertel der Meldungen werden nie aufgeklärt. Resultiert ein Ertragsausfall auf dem Defekt eines Bauteils des Wechselrichters wird es kritisch, denn innere Betriebsschäden sind nicht standardmäßig in vielen Policen enthalten. Rund 80 Prozent der Versicherungspolicen decken innere Schadensfälle nicht ab. Verschleiß ist normalerweise auch kein Versicherungsschaden. Die Haftung kann im Garantiefall der Hersteller übernehmen.

Sollten sich der Wechselrichter oder das Batteriesystem im Keller eines Wohnhauses befinden, müssen Sie sich gegen eine Überschwemmung des Kellers absichern.

Wie errechnet sich der Versicherungsbeitrag?

Photovoltaikversicherungen gibt es bereits ab 50 Euro im Jahr. Allerdings bieten Tarife ab 75 Euro erst einen ausreichenden Schutz an. Der jährliche Versicherungsbeitrag hängt maßgeblich von verschiedenen Faktoren ab. Die Größe der Solaranlage spielt eine wichtige Rolle. Abhängig von der Investitionssumme wird der Wert der Anlage ermittelt. Einige Versicherungen erlauben es dem Kunden den Wert der Solaranlage nach neuen Modulpreisen anzusetzen. Der Standort hat ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie. Versicherer sehen es nicht gerne, wenn eine Anlage auf einer Scheune montiert wird, wo Strohballen gelagert werden. Dadurch erhöht sich die Brandgefahr. Gebäude aus der Landwirtschaft sind wegen ihrer Positionierung, weg von anderen Gebäuden und umringt von Feldern besonders anfällig für Blitze. Den Versicherungsbetrag können Sie drücken, indem Sie Risiken ausschließen. Dieser Schritt sollte allerdings gut überlegt sein.

Lassen Sie sich von einem Makler ausführlich beraten und holen Sie sich gegebenenfalls mehrere Angebote an. Wer bei den Photovoltaik-Versicherungen vergleicht, spart über die Laufzeit von zwanzig Jahren bis zu 60 Prozent.

Ist eine Photovoltaikversicherung Pflicht?

Grundsätzlich ist der Abschluss einer Photovoltaikversicherung freiwillig. Wer seine Anlage über einen Kredit bei seiner Hausbank finanziert, kann zum Abschluss einer Police „gezwungen“ werden, denn einige Banken setzen eine solche Versicherung für die Finanzierung einer Solaranlage voraus. Die bankinternen Angebote sind dabei nicht schlechter als andere Versicherungen.  Eine Gebäudeversicherung reicht den Geldgebern meistens nicht aus.

Photovoltaikversicherung steuerlich geltend machen?

Im Jahr der Bezahlung des Jahresbeitrages können Sie den Betrag bei der Steuer geltend machen. Wenn Sie die Versicherung im Juli 2014 abgeschlossen und im August 2014 bezahlt haben, dann kann der Betrag für 2014 angesetzt werden, auch wenn die Versicherungsleistung bis Juli 2015 geht. Die Anlage muss als Gewerbe betrieben werden.

Photovoltaikversicherung oder Haftpflicht

Die Haftpflichtversicherung für Solaranlagen kommt für Schäden auf, welche durch die Anlage gegenüber Dritten entstanden sind. Denkbare Schadensfälle wären zum Beispiel ein elektrischer Schlag oder ein Splitter. Befindet sich eine Anlage auf dem Dach und fällt auf den Boden, können dabei Autos beschädigt und Menschen verletzt werden. Dafür ist die Haftpflicht sinnvoll. Die Versicherung ist etwas günstiger als die Photovoltaik-Versicherung. Die Deckungssumme variiert zwischen zwei und zehn Millionen Euro.

Bilderstrecke Photovoltaikversicherung

 

Autor: Martin Brosy