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Solarthermie

In Debatten um die Abschaltung diverser Atomkraftwerke werden als Alternative immer die gängigen Formen der Erneuerbaren Energien genannt. Atomkraftgegner verweisen auf die Potentiale der Photovoltaik- und Windenergie. Kritiker dieser Energieformen argumentieren dann mit den niedrigen Wirkungsgraden der Solarmodule und der optischen Zerstörung der Natur durch große und laute Windturbinen. Dabei sollte der Solarthermie mehr Bedeutung in den politisch geprägten Diskussionen zu kommen. Die Technologie weist einen sehr hohen Wirkungsgrad auf, verfügt über erprobte Speichertechniken und kann maßgeblich zur Energiewende in Deutschland beitragen.

Solarthermie-Anlagen werden zur Warmwasseraufbereitung eingesetzt und bestehen aus den folgenden Komponenten: Ausdehnungsgefäß, Kaltwasserzufluss, Ladekreis-Umwälzpumpe, einem Temperaturmessgerät am Kollektor, der Nachheizung & dem Speicher, Solarregler, Solarkreis-Umwälzpumpe und einem Warmwasserabfluss.

Das Sonnenlicht scheint auf den Kollektor und erwärmt den mit Wasser oder Frostschutzmittel gefüllten Absorber. Moderne Anlagen verfügen über optimierte Spiegelgeometrie und Absorber-Beschichtungen. Die Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert in einem Kreislauf zwischen dem Kollektor und dem Pufferspeicher, bzw. Warmwasserspeicher. Der Absorber befindet sich in einem wärmegedämmten Kasten, welcher mit einer transparenten Abdeckung abgeschlossen ist. Dieses Bauteil nimmt der Beobachter als Solarthermie-Anlage auf einem Dach wahr.  Die heiße Wärmeträgerflüssigkeit kann auch zur Erwärmung des Heizungswassers genutzt werden.  Eine Nachrüstung für die eigenen vier Wände kann kosteneffizient umgesetzt werden und bedarf im Regelfall keines teuren Speichertauschs. Lediglich die Heizung muss für ein paar Stunden abgeschaltet werden. Eine Anlage überdauert mindestens 20 Jahre und kostet in der einfachen Ausführung, zum Beispiel eine kleine Komplett-Anlage zur Wasseraufbereitung um die 4.500 Euro. Bessere Anlagen, zum Beispiel Vakuum-Röhrenkollektoren zur kombinierten Heizungsunterstützung kosten um die 10.000 Euro. Bei der Wahl des richtigen Speichers ist darauf zu achten, dass er genug Wärmetauscher und oder Anschlüsse besitzt. Ausgeklügelte Isolierungen für den Speicher können den Wärmeverlust an den Wänden des Speichers um 30 Prozent und mehr senken. Solche Isolierungen bekommt man bei einem Fachhändler gegen Aufpreis. Besonders effizient wird eine Solarthermieanlage, wenn man Geräte wie den Geschirrspüler oder die Waschmaschine an einem Warmwasseranschluss anschließt.

Die Anlage kann bis zu 50-65 Prozent am Gesamtenergieaufwand übernehmen. In der Grafik ist mit einer blauen Linie der jährliche Warmwasserverbrauch eingezeichnet worden. Über das Jahr gerechnet, ist dieser bei einem Haushalt annähernd konstant. Die Grüne Linie stellt die Sonneneinstrahlung dar. Im Sommer kommt es zu Überkapazitäten, in den anderen Monaten kann auf einem Heizkessel, als zusätzliche Wärmequelle nicht verzichtet werden.

Die Anschaffungskosten für eine solche Anlage sind nicht gering,  deshalb hat der Staat ein umfassendes Förderprogramm ins Leben gerufen, dieses besprechen wir weiter unten im Artikel. Abgesehen von den Kosten, tut man mit der Installation einer Solarthermie-Anlage etwas Gutes für die Umwelt. Fossile Brennträger sind auf den ersten Blick zwar billiger, werden in den Strompreis aber noch die sogenannten „externen Kosten“ einbezogen, verschiebt sich die Kostenstruktur zugunsten der Solarthermie. Es ist kein Geheimnis, dass die Ausbeutung von Kohle die Umwelt zerstört. In einer Studie fand der „Bundesverband Solarwirtschaft“ heraus, dass durch den Einsatz von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen im Jahr 2012 19 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden konnten. Der Klimaschutzbeitrag konnte gegenüber dem Vorjahr somit um 40 Prozent gesteigert werden. Die eingesparte Menge an Kohlendioxid entspricht einem jährlichen CO2-Ausstoß von neun Millionen Mittelklasse-Wagen.

Solarthermie Fördermittel durch BAFA und KfW 

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA und die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW fördern die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage durch Investitionszuschüsse und günstige Kredite. Einige Kommunen fördern in eigenen Programmen ebenfalls die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage.

Die Basisförderung sieht vor, dass Hauseigentümer, die vor dem 1. Januar 2009 einen Bauantrag gestellt haben monetär unterstützt werden. Das gilt aber nur für Anlagen, die die Heizung mit warmem Wasser versorgen, Trinkwasser warm aufbereiten und Gebäude kühlen sollen. Eine weitere Voraussetzung lautet, dass das Heizungssystem bereits vor Bauantragsstellung, also vor dem ersten Januar 2009 vorhanden gewesen sein muss.

Wird eine Solarthermieanlage zum ersten Mal installiert, dann kann der Staat die Anlage mit 90 Euro je angefangenen Quadratmeter Bruttokollektorfläche fördern, mindestens jedoch 1.500 Euro. Eigentümer mit Vakuumflachkollektoren benötigen zur Inanspruchnahme eine Mindestfläche von sieben Quadratmeter und mindestens 50 Liter pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Flachkollektoren werden erst ab einer Größe von neun Quadratmetern und mindestens 40 Liter je Quadratmeter Bruttokollektorfläche bezuschusst.  Jeder Quadratmeter über 40m² wird nicht mehr mit 90 Euro, sondern mit 45 Euro je angefangenen Quadratmeter gefördert. Zudem gewährt der Staat unter bestimmten Voraussetzungen einen Kesseltauschbonus, einen regenerativen Kombinationsbonus, einen Effizienzbonus, einen Wärmenetzbonus und einen Bonus für besonders effiziente Solarkollektorpumpen. Damit Sie alle Förderungen erhalten, raten wir Ihnen dazu, sich einen Experten oder einen Anwalt zu suchen. Dieser wird Ihnen bei dem Ausfüllen der Anträge helfen und Ihnen beratend zur Seite stehen.

Dank der Fördermittel und dem stattfinden im Umdenken in der Bevölkerung zur Energiewende lohnt sich die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage. Ein konkretes Angebot erhalten Sie bei einem Fachbetrieb. Dieser wird mit Ihnen auch eine konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen.

Bilderstecke Solarthermie

 

 

Autor: Martin Brosy