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16.02.2017 15:11 Alter: 187 days
Autor: Martin Brosy Kategorie: energienpoint.de - TOP Story

Gemütliche Wärme im Eigenheim: Welche Heizung ist die Richtige?


Wenn es draußen so richtig kalt und ungemütlich ist, sorgt eine Heizung für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden. Ob es drinnen schnell warm und gemütlich wird und wie sich die kalten Wintermonate auf der Heizkostenabrechnung bemerkbar machen, hängt ganz von der Technik ab, die hinter der Wärmeversorgung im Eigenheim steht. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Menge getan. Neue Heizarten schonen durch den Einsatz erneuerbarer Energien nicht nur den Geldbeutel sondern auch die Umwelt. Der große Ratgeber Heiztechnik wirft einen kritischen Blick auf Effizienz, Kosten und Umweltfreundlichkeit der unterschiedlichen Wärmequellen für das Eigenheim. 

Ein warmes Zuhause: Heizarten im Überblic 

Ist von Heiztechnik in Bestandsbauten die Rede, geht es meist um Öl, Gas oder Strom als Energiequelle. In Neubauten werden immer häufiger auch moderne Heiztechniken auf der Basis erneuerbarer Energien eingesetzt. Die Erstinstallation ist hier häufig deutlich kostenintensiver als bei klassischen Heizanlagen, auf lange Sicht lohnt sich diese Investition allerdings in den meisten Fällen, da sich mit dem Einsatz erneuerbarer Energien laufende Kosten effektiv einsparen lassen. Klassische Heizungsarten, die als Energiequelle auf fossile Brennstoffe wie Gas und Öl setzen, werden in den kommenden Jahren aufgrund der Verknappung dieser Rohstoffe immer kostenintensiver im Betrieb werden. 

Vor allem für das Eigenheim lohnt sich deshalb eine langfristige Planung, denn für den Einbau moderner Heizanlagen lassen sich nicht nur attraktive Förderprogramme in Anspruch nehmen, die Einsparungen bei den Heizkosten können auch mit den Jahren ein echter Gewinn für die das Projekt eigene vier Wände sein. 

Dies sind die am häufigsten eingesetzten Zentralheizungen im Überblick:

1.    Die Ölheizung 

  • Noch heute machen Ölheizungen in den Bestandsbauten den größten Anteil an Zentralheizungssystemen aus. Grund dafür ist nicht zuletzt die Effizienz, mit der Ölheizungen Energie aus dem genutzten Brennstoff ziehen. Zwischen 80 und 100 Prozent der im Öl enthaltenen Energie, so das Internetportal strom-magazin.de, können gute Ölheizungen durchschnittlich nutzen. Deshalb wird die Installation von Ölheizungen auch heute noch durch regionale und überregionale Förderprogramme wie die der KfW-Bank und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt.  
  • Eigenheimbesitzer sollten deshalb die Ölheizung bei ihren Überlegungen nicht ganz außer Acht lassen, sofern ausreichend Platz für den Heizkessel und en Öltank vorhanden ist. Immerhin kann der Öltank nach Bedarf befüllt werden und es ist bei jeder Füllung möglich, den Lieferanten frei zu wählen. Mit einem umfangreichen Preisvergleich lässt sich die Energiequelle so verhältnismäßig günstig und ohne Vertragsbindung ankaufen. 
  • In Neubauten sind Ölheizungen allerdings nicht ganz ohne Einschränkungen zugelassen. Im Sinne der Energiewende müssen Bauherren mit Auflagen wie der zusätzlichen Installation einer Photovoltaikanlage zum Ausgleich der Klimabilanz rechnen. 

2.       Die Gasheizung

  • Gas ist als Energielieferant für die Heizungstechnik lange Zeit ungenutzt geblieben. Heute gelten Gasheizungen als umweltfreundlicher als Ölheizungen, da die Verbrennung von Gas weniger CO2 entstehen lässt. 
  • Finanziell bieten Gasheizungen für Eigenheimbesitzer einen deutlichen Anreiz. Sowohl die Erstinstallation der Heizanlage als auch der Ankauf von Gas sind deutlich günstiger als bei einer Ölheizung. Auch das Gas kann nach Bedarf und ohne vertragliche Bindung an einen bestimmten Anbieter bezogen werden. Zudem benötigen Gasheizungen weniger Platz. 
  • Auch für Gasheizungen hat der Gesetzgeber verschiedene Fördermöglichkeiten eingerichtet. Da Gas als fossiler Brennstoff für die Klimabilanz eher kritisch betrachtet wird, müssen Bauherren auch beim Einbau einer Gasheizung mit entsprechenden ausgleichenden Auflagen rechnen. 

3.       Die Stromheizung 

  • Im Gegensatz zu Öl und Gas gilt Strom heute als überholter Energieträger für die Heizung. Stromheizungen können nur einen unzureichenden Anteil der aus dem Strom bezogenen Energie in Wärme umwandeln und gelten daher als äußert ineffizient. 
  • Die Anschaffungskosten für eine Stromheizung sind mit rund 500 Euro zwar äußerst gering, der Strom macht sich auf der Heizkostenabrechnung allerdings schnell als großer Posten bemerkbar. Hier muss der Anbieter mit Bedacht gewählt und regelmäßig angepasst werden. Die Preise können stark variieren. Allerdings bieten Stromheizungen die Möglichkeit, den Strom aus einer erneuerbaren Energiequelle zu beziehen. Die Klimabilanz dieser Heizanlagen kann deshalb durchaus positiv ausfallen. 
  • Ein weiterer Vorteil von Stromheizungen ist der geringe Platzbedarf, den diese Anlagen mit sich bringen. 

4.       Heizen mit Pellets

  • Holz hat als nachwachsender Rohstoff seit jeher eine positive Energiebilanz. Pelletheizungen machen es möglich, die Wärme umweltbewusst und energieeffizient aus Holz zu beziehen, wie dies bereits vor tausenden von Jahren geschehen ist. Ständiges Nachlegen von Brennholz, wie zum Beispiel im Kamin, ist allerdings nicht nötig. An regelmäßigen Arbeiten fällt hier nur die Reinigung des Aschebehälters und des Brennrohres an. 
  • Pelletheizungen sind in der Anschaffung recht teuer. Die Pellets sind dagegen günstig zu haben und unterliegen keinen starken Preisschwankungen. Wer eine Pelletheizung installieren möchte, kann verschiedene staatliche Förderprogramme in Anspruch nehmen. Ähnlich wie die Ölheizung benötigt die Pelletheizung allerdings relativ viel Platz für den Brennkessel und die Aufbewahrung der Pelletvorräte.

5.       Solarwärme

  • Photovoltaikanlagen machen das Eigenheim zu einem richtigen kleinen Kraftwerk. Durch die Nutzung von Sonnenenergie kann nicht nur das warme Wasser im gesamten Haushalt bereitet werden, auch moderne Heizanlagen können die Photovoltaikanlage nutzen. Preislich liegen Photovoltaikanlagen als Bestandteil der Heiztechnik ungefähr bei den Installationskosten einer Ölheizung, Anlagen zur Warmwasseraufbereitung sind meist schon für die Hälfte zu bekommen. Kosten für den Ankauf von Energiequellen entfallen dagegen ganz, sodass sich die Nutzung von Solarenergie sehr schnell positiv auf das Haushaltsbudget auswirkt. 
  • In Sachen Klimabilanz sind Photovoltaikanlagen zur Wärmegewinnung nicht zu überbieten, weshalb der Staat die Installation auch mit vielen attraktiven Förderprogrammen unterstützt. Wer sich für eine Photovoltaikanlage interessiert, sollte allerdings zunächst einen Fachmann die Statik des Gebäudes und die effektive Sonneneinstrahlung im Laufe eines Jahres beurteilen lassen. 

6.       Die Wärmepumpe

  • Wärmepumpen sind beinahe so energieeffizient wie Photovoltaikanlagen und leisten einen ebenso hohen Beitrag zum Klimaschutz. Wärme aus der Erde oder der Luft wird genutzt, um warmes Wasser zu bereiten und moderne Heizanlagen zu unterstützen. Preislich ist die Installation einer hochwertigen Wärmepumpe für die Nutzung von Luftwärme ungefähr mit der Anschaffung einer Gasheizung zu vergleichen. Für die Nutzung von Erdwärme müssen Eigenheimbesitzer ungefähr das Doppelte auf den Tisch legen. Allerdings gibt es zahlreiche Förderprogramme, die bei der Finanzierung dieser modernen Anlagen unterstützen. 

Heizen heute und in Zukunft

Erneuerbare Energien sind überall auf dem Vormarsch und das gilt auch für die Heiztechnik. Moderne Heizanlagen sind heute auch mit Solarenergie, Erdwärme oder Pellets zu betreiben. Sie setzen ein deutliches Zeichen für den neuen Weg, den Deutschland im Bereich Energiewirtschaft seit einigen Jahren beschreitet. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ist die Basis der Energiewende, die die Energieversorgung Deutschlands und seiner Nachbarländer jetzt und vor allem in Zukunft umweltfreundlicher gestalten soll. 

Bislang macht Deutschland mit seinen Maßnahmen zum Einsatz erneuerbarer Energien durchaus Schule. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mitteilte, konnten im Jahr 2016 bereits 30 Prozent der Bruttostromerzeugung über erneuerbare Energiequellen gewonnen werden. Tatsächlich sind die erneuerbaren Energiequellen inzwischen der bedeutendste Stromlieferant in Deutschland. Allen voran sind es Wind- und Solarenergie, die diesen großen Schritt hin zu geplanten Energiewende möglich machen. 

Im Bereich Heizung und Wärme setzen moderne Techniken auch zunehmend auf alternative Energiequellen. 2017 soll das Erneuerbare Energien Gesetz erneut überarbeitet werden. Ein zentraler Baustein soll die Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien sein. Wurden Privathaushalte, die durch moderne Anlagen nicht nur ihren Eigenbedarf an Energieversorgung aus alternativen Energiequellen decken sondern auch einen Überschuss in das regionale Stromnetz einspeisen können, bislang nach Vorgaben des Staates vergütet, soll dies künftig über einen Wettbewerb am freien Markt geschehen. Damit lohnt sich der Einsatz von modernen Heizanlagen im Eigenheim bald noch mehr.

Bildquellen:

Abbildung 1: fotolia.com © Alexander Raths

Abbildung 2: fotolia.com © Eisenhans

Abbildung 3: fotolia.com © Sergej Toporkov


Über den Autor

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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