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01.06.2017 08:45 Alter: 24 days
Autor: Martin Brosy Kategorie: energienpoint.de - TOP Story

Kaufprämie für Elektroautos: Der Absatz nimmt Tempo auf


Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt steigt die Nachfrage: Bereits im Juli letzten Jahres hat die Bundesregierung einen Umweltbonus für rein batteriebetriebene Neuwagen ausgelobt. Beim Kauf erhält der Verbraucher einen Zuschuss von insgesamt 4.000 Euro: Die eine Hälfte des Betrags kommt vom Staat, die andere vom Pkw-Hersteller – als Preisnachlass. Das scheint die Nachfrage nach den E-Flitzern jetzt leicht zu beflügeln.

Bild: Mittlerweile sind viele Autobauer, wie zum Beispiel in der E-Mobilität aktiv. Bildquelle: Zavatskiy Aleksandr - 322795832 / shutterstock.com

Anstieg im ersten Quartal 2017

Sinn des Umweltbonus ist es, den Verkauf von E-Autos und somit die Elektromobilität im Lande anzukurbeln: Bisher war man von dem Ziel von einer Million E-Pkw auf den Straßen im Jahr 2020 weit entfernt. Doch in den ersten drei Monaten diesen Jahres setzten die Autohersteller merklich mehr batteriegetriebene Fahrzeuge ab und knackten die Ein-Prozent-Hürde in Deutschland – der Anteil an den verkauften Pkw stieg auf 1,3 Prozent. Zugelassen wurden über 1.300 E-Autos, das sind fast doppelt so viel wie im ersten Quartal des Vorjahres. Mit dieser Verkaufszahl bewegt sich Deutschland nun mit Großbritannien und Frankreich auf Augenhöhe – und liegt im europäischen Mittelfeld. Laut der zugrundeliegenden Studie der European Mobile Manufacturers Association (ACEA) stieg der europaweite Gesamtanteil an Zulassungen für Fahrzeuge mit alternativen Antriebsstoffen im Vergleich zum Vorjahr um 37,6 Prozent an.

Zulassungen: Nordländer sind Spitzenreiter

Die höchsten Verkaufszahlen für E-Autos werden in Norwegen erreicht: Der Anteil bei den Gesamtzulassungen beträgt in diesem Land sage und schreibe 35,3 Prozent. Auf Platz Nummer zwei rangiert Schweden – allerdings mit nur 4,3 Prozent. Dabei hat es die Niederlande auf dem zweiten Platz abgelöst: Nachdem dort die staatlichen Förderungen heruntergefahren wurden, liegt das Land nun mit 2,1 Prozent auf Platz vier. Auf dem dritten Platz hat die Schweiz eingeparkt – mit 2,3 Prozent. Im osteuropäischen Raum ist lediglich in Ungarn mit 0,8 Prozent Anteil ein Interesse an E-Autos zu erkennen – in Ländern wie Slowakei, Polen oder Tschechien spielen Pkw mit Strippe zurzeit kaum eine Rolle.

Bild: Das Netzwerk an Ladestationen ist noch stark ausbaufähig. Bildquelle: Bjoern Wylezich – 516326110 / shutterstock.com

Weitergehende staatliche Förderung

Doch nicht nur beim Kauf eines Elektroautos gibt es Geld vom Staat, sondern auch beim Thema Energie- und Datenübertragung für den E-Pkw. Energiezuführungen, wie sie von Unternehmen wie der transprotec GmbH im Netz unter www.transprotec.de angeboten werden, sind im Zuge der Entwicklung des Elektroautos Gegenstand von Forschung und Entwicklung geworden: Im Institut für Automation und Kommunikation (ifak) in Magdeburg gibt es ein vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördertes Projekt, das sich mit dem zukünftigen Lademanagement für Elektroautos befasst. Ein Indiz dafür, dass innovative E-Pkw-Technologie in konzertierter Form staatlich angeschoben wird – und so mittelfristig immer öfter den Weg auf bundesdeutsche Straßen findet.


Über den Autor

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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