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Energiespartipps für den Herd

Beim Umgang mit dem Herd kann viel Energie verschwendet, aber auch eingespart werden. Es gibt einfache Energiespar-Tipps, die jeder sofort umsetzen kann. Vom richtigen Kochfeld über die Nutzung von Restwärme bis hin zur richtigen Verglasung der Backofentür werden in diesem Artikel sämtliche Möglichkeiten zum Strom sparen besprochen. Insgesamt werden 14 Energiespartipps für den Herd vorgestellt.

1. Welches Kochfeld?

Das Kochen mit Gas ist effektiver, als das Kochen mit Strom, denn der Strom muss vorerst unter großen Verlusten aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern erzeugt werden. Auch unter der Nutzung von erneuerbarer Energien wird die Bilanz nicht verbessert, da zum Beispiel Photovoltaik-Zellen einen Wirkungsgrad von unter 50% besitzen. Ausgenommen sind Wasserkraftwerke, denn diese erneuerbare Energie besitzt einen Wirkungsgrad von 90 Prozent, allerdings wird die Umwelt stark negativ beeinflusst.

Dennoch ist das Kochen mit Strom weiter auf dem Vormarsch. Es gibt konventionelle-, Glaskeramik-, Halogen- und Induktions-Kochstellen.

Die konventionellen Kochplatten weisen einen hohen Energiebedarf aus und werden deshalb schlechteren Energieeffizienzklassen zugeordnet. Für den Gelegenheitskoch sind diese Kochplatten ausreichend. Wer öfter und umweltbewusster kocht, sollte auf ein Glaskeramik-Kochfeld zurückgreifen. Die notwendige Temperatur wird schnell erreicht und lässt sich auch schnell wieder herunter regeln.

Am energieeffizientesten sind die Induktionskochfelder. Die Technologie setzt sich nur mäßig durch, da dafür auch spezielles Kochgeschirr benötigt wird. Die Kosten für einen Induktionsherd sind nicht unbeachtlich. Bei der Herstellung eines Herds wird Energie verbraucht. Sie sollten deshalb nicht jedem Trend oder jede Neuerung mitnehmen. Wechseln Sie ihre Geräte nur bei Bedarf aus. Dadurch können Sie die eigene Energiebilanz verbessern.

Auf die Energieeffizienzklasse sollte bei einer Neuanschaffung zwingend geachtet werden. Ein sparsamer Herd wird ihren Geldbeutel schonen.

 

 

2. Richtige Größe von Töpfen und Pfannen

Die Hersteller von Herdplatten rüsten die Kochfelder meistens mit unterschiedlichen Kochzonen aus. Standardmäßig variieren zwischen den vier Feldern die Größe und die Funktion. Im oberen Bereich befindet sich eine zuschaltbare Bräterzone und unten verfügt das Kochfeld über eine Zweikreis-Kochzone.

Für jede Pfanne und jeden Topf gibt es folglich die richtige Kochzone. Beim Kochen sollte immer der kleinstmögliche Topf und die kleinstmögliche Pfanne benutzt werden. Die Kochplatte selbst darf nicht größer als der Topf oder die Pfanne sein, denn wenn Sie beispielsweise einen Topf mit einem Durchmesser von 15 cm auf einer Kochzone mit einem Durchmesser von 18 cm erhitzen, verschenken Sie rund 30% der eingesetzten Energie. Hierbei handelt es sich um ein extremes Beispiel. Achten Sie aber dennoch darauf, denn so lassen sich um die 20 Euro im Jahr sparen.

3. Nutzen Sie einen Deckel

Im Restaurantbetrieb arbeiten die Köche meistens ohne Deckel und verschwenden somit eine Menge Energie. Die Nutzung eines Deckels hängt maßgeblich von der zubereiteten Speise ab, denn während die Italiener ihre Nudeln niemals in einem Topf mit Deckel kochen würden, verliert Gemüse beispielsweise bei der Zubereitung in einer Pfanne oder im Topf mit Deckel die Farbe. In einer Großküche erschwert ein Deckel auf jeden Topf dem Koch auch den Überblick zu behalten. 

Wer zuhause kocht, sollte auf den Deckel jedoch nicht verzichten. Dadurch können bis zu 75 Prozent der genutzten Energie eingespart werden.

4. Wählen Sie den richtigen Topf

Wer kennt sie nicht: die Aluminium-, Emaille-, Edelstahl- und Schnellkochtöpfe. Letzteres ist immer den anderen Töpfen vorzuziehen, denn damit lässt sich der Energieverbrauch um 30 Prozent verringern. Im Abschnitt zuvor wurde über die Nutzung eines Deckels geschrieben. Der Schnellkochtopf verfügt bereits über einen Deckel, sodass Sie auf diesen Energiespartipp nicht mehr achten müssen.

Vom Emailletopf raten wir ab, denn dieser strahlt sehr viel Energie ab. Neuere Töpfe verfügen über einen sogenannten Sandwichboden aus Kupfer oder Aluminium. Ersteres ist besonders bei Gourmets beliebt, denn das Metall leitet die Wärme schneller und speichert im Vergleich zum Aluminium-Boden weniger Energie.

       

5. Selbstreinigung oder beschichte Oberfläche?

Ein moderner Herd verfügt über eine Selbstreinigungsfunktion. Bei hohen Temperaturen zwischen 500 und 900 Grad Celsius werden die organischen Verbindungen gespalten. Dieser Vorgang wird Pyrolyse genannt und führt dazu, dass nach der Selbstreinigung der Herd nur noch kurz ausgewischt werden muss. Der Vorgang nimmt etwas weniger als eine Stunde in Anspruch.

Die dafür benötigten Temperaturen führen zu einem hohen Stromverbrauch. Sollten Sie einen solchen Herd besitzen, starten Sie die Selbstreinigung bitte nur selten. Alternativ bieten viele Hersteller bereits spezielle Beschichtungen unter Namen wie „Perfect Clean“ an. Oft stellt dieses leicht zu reinigende und schlecht haftende Material eine bessere Alternative zur energieintensiven Selbstreinigung dar.

6. Die richtige Verglasung der Backofentür

Wer die Neuanschaffung eines Herds plant, sollte sich beim Fachangestellten über die Verglasung des Gerätes informieren. Es handelt sich dabei um eine Hitzeschutz-Vorrichtung, die dafür sorgen soll, dass beim Backvorgang keine Hitze nach außen entweicht.

Gängiger Standard sind doppelt verglaste Backoffentüren. Neuere Geräte verfügen aber bereits über eine Dreifachverglasung. 

7. Vermeiden Sie das Vorheizen des Ofens

Auf den Lebensmittelverpackungen befinden sich Zubereitungshinweise. Im ersten Schritt wird der Verbraucher dazu angeleitet den Herd auf eine bestimmte Temperatur vorzuheizen. Es gibt in der Tat Gerichte, wo das sinnvoll ist, aber bei den Gros der Lebensmittel können Sie die selbigen in den kalten Backofen schieben. Erhöhen Sie die Garzeit im Gegenzug um fünf Minuten. Das reduziert den Energieverbrauch und Sie erhalten das gleiche Ergebnis.

8. Nutzen Sie Restwärme

Sowohl im Backofen als auch auf den Herdplatten kann durch die Nutzung von Restwärme bares Geld gespart werden. 

Der Backofen kann 10 Minuten vor Backende abgeschaltet werden. Achten Sie bitte darauf, dass Sie den Backofen nicht ständig öffnen. Dadurch geht wertvolle Wärme verloren. Beim einmaligen Öffnen des Ofens können bis zu 20 Prozent der Wärme entweichen. Die Herdplatten können Sie 5 bis 10 Minuten vor der Fertigstellung des Gerichtes ausschalten.

9. Umluft ist besser

Beim Backen schneidet der Elektroherd gegenüber dem Gasherd besser ab. Besser als der Elektroherd ist die Umluftfunktion. Dank der Umluft lassen sich knapp 30 Prozent gegenüber einem herkömmlichen Herd einsparen. Besonders viel Energie wird eingespart, wenn alle Etagen im Backofen bei Umluft genutzt werden.  Unterschiedliche Gerichte können zubereitet werden. Die Energie wird optimal genutzt.

10. Brötchen nicht im Backofen aufbacken

Toaster verfügen über einen speziellen Aufback-Aufsatz. Dieser sollte dem Backofen vorgezogen werden, zumindest wenn es sich um einen Haushalt mit maximal zwei Personen handelt. Wer viele Brötchen aufbacken muss, kann dies im Herd tun und sollte dabei auf allen Ebenen arbeiten.

Bei wenigen Brötchen kann dank des Aufback-Aufsatzes des Toasters rund 70 Prozent der Energie eingespart werden.

11. Nudeln sparsam kochen

Häufig wird das Wasser für die Nudeln im Topf erwärmt. Wer einen Wasserkocher zu hause hat, sollte das Wasser darüber erhitzen und anschließend in den Topf geben. Anschließend das Wasser im Topf auf der Herdplatte 1-3 Minuten ohne Deckel kochen lassen. Spaghetti sind nicht dick und können eine Minute gekocht werden. Tortellini sollten drei Minuten auf dem Herd gelassen werden. Anschließend wird auf den Topf der Deckel gelegt und der Herd ausgeschaltet. Die Nudeln verbleiben weitere 10 Minuten im Topf und danach kann das Wasser abgegossen werden.

12. Eier sparsam kochen

Beim kochen von Eiern gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen schwören auf den Topf und die anderen verteidigen den Eierkocher. Dabei sind beide Gerätschaften sinnvoll, wenn sie richtig angewendet werden.

Wer seine Eier im Topf kochen möchte, sollte den Topfboden mit einer fingerdicken Menge Wasser auf dem Topfboden befüllen. Der Deckel darf nicht vergessen werden. Die Eier garen dann im Wasserdampf. Auf die gleiche Art und Weise können auch Kartoffeln und Brokkoli zubereitet werden. 

Der Eierkocher ist gegenüber der herkömmlichen Methode Eier im Topf zu kochen um 50 Prozent effizienter. Sie sparen folglich mehr als die Hälfte ihres Geldes.

13. Gemüse sparsam kochen

Damit dem Gemüse nicht die Vitamine verloren gehen, sollte man das Gemüse in einem großen Topf mit wenig Wasser dünsten lassen. So gelangen weniger Nährstoffe und Vitamine ins Kochwasser, welches später weggegossen wird.

Um die Garzeit zu verringern, sollte man einen Schuss Öl mit ins Wasser geben.

14. Pommes sparsam zubereiten

Wer etwas frittieren möchte, sollte eine Fritteuse nutzen, denn diese ist bis zu 25 Prozent sparsamer als der Elektroherd. Vor dem Kauf einer Fritteuse sollten Sie darauf achten, dass die Reinigung und Handhabung einfach sind. Ein sparsamer Ölverbrauch ist ebenfalls wichtig. 

Gute Fritteusen gibt es bereits ab 100 Euro. Beim Kauf empfehlen wir eine Fritteuse mit wenig Plastik und einem festen Griff.

Fazit zum Energiesparen am Herd

Eine hohe Stromrechnung kann einfach vermieden werden. Es müssen lediglich die oben genannten Energiespartipps beachtet werden. Der Herd und der Kühlschrank bilden die zentralen Elemente einer Küche, deshalb sollten die Vorschläge berücksichtigt werden.

Autor: Martin Brosy