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Energiespartipps für den Kühlschrank

Der Kühlschrank zählt gemeinsam mit dem Herd zu den Energiefressern in der Küche. Nützliche Tipps zur Minimierung des Stromverbrauchs sind deshalb bares Geld wert. Auch wenn einige der hier vorgestellten zehn Tipps auf dem ersten Blick „lachhaft“ erscheinen mögen, so spart man dank der Vielzahl an Energiespartipps über das Jahr eine Menge Geld.

1. Hinweise zur Neuanschaffung

Seit dem Jahr 2003 gibt es für Kühlschränke die zusätzlichen Energieklassen „A+“ und „A++“. Seit 2011 gibt es sogar „A+++“. Die schlechteste Note lautet „G“. Vergleicht man zwei Geräte mit den Klassen „A“ und „G“ so spart der A-Kühlschrank in 15 Jahren rund 500 Euro gegenüber dem G-Gerät. Gegenüber „A+“- und „A++“- Geräten ist die Energieersparnis noch höher. Sie sollten also auf das EU-Energielabel achten und sich fachkundig beraten lassen.

Dieser Tipp gilt übrigens für sämtliche Neuanschaffungen.

2. Nutzen Sie die richtige Temperaturzone

Das richtige Einräumen des Kühlschranks muss gelernt sein, denn hier werden häufig Fehler gemacht. Oben im Kühlschrank ist es am wärmsten. Im unteren Bereich ist es hingegen am kältesten. Im oberen Fach gehört Wurst. Im mittleren Fach kann Milch, Käse oder Joghurt gelagert werden. Im unteren Fach können Fisch und Fleisch platziert werden. Das Gemüsefach ist für Gurken, Tomaten und andere Gemüsesorten gedacht. In die Tür gehören zum Beispiel die Butter, die Eier und diverse Getränke. Einige Kühlschränke haben extra eine Getränkeablage.

Tropische Obstsorten wie Bananen gehören nicht in den Kühlschrank, da sie die Kälte nicht vertragen. 

3. Die richtige Temperatur

Die richtige Temperatur im Kühlschrank schont den Geldbeutel und ist gut für die Umwelt. In vielen Haushalten ist der Kühlschrank auf fünf Grad Celsius eingestellt. Sie können das Gerät auch auf sieben Grad Celsius stellen. Wenn Sie zum Beispiel eine Temperatur von drei Grad einstellen steigt der Energieverbrauch gegenüber fünf Grad um 15 Prozent an. Jedes Grad mehr oder weniger wirkt sich unmittelbar auf die Stromrechnung aus.

Die modernen Kühlschränke verfügen über Sensoren, die die Temperatur messen. Wenn Ihr Kühlschrank über keine digitale Temperaturanzeige verfügt, können Sie sich ein Thermometer ins Gerät legen. Die regelmäßige Überprüfung der Temperatur ist anzuraten.

Wenn es im Winter schön kalt ist, können Sie beispielsweise eine Schüssel oder Flasche mit Wasser füllen und auf dem Fensterbrett gefrieren lassen.  Stellen Sie diese in den Kühlschrank und drehen Sie die Temperatur nach oben. Diese Methode ist zwar aufwendig, senkt im Winter jedoch die Stromkosten.

Die gängigen Kühlschränke verfügen über ein Gefrierfach. Auf der Front sind ein bis vier Sterne abgebildet: 

  • 1 Stern: Es herrschen Temperaturen bis -6 Grad Celsius. Lebensmittel halten sich darin bis ca. eine Woche.
  • 2 Sterne: Diese Gefrierfächer können die Temperatur auf bis -12 Grad Celsius absenken. Lebensmittel bleiben darin einen Monat frisch.
  • 3 Sterne: Im Tiefkühlfach herrschen Temperaturen von bis zu -18 Grad Celsius. Speisen können darin bis zu drei Monate eingefroren werden.
  • 4 Sterne: Dieses Gefrierfach kühlt die Lebensmittel auf -18 Grad Celsius und mehr herunter. Die Lebensmittel können ein Jahr und länger eingefroren werden.

4. Wählen Sie einen guten Platz aus

Es erklärt sich eigentlich von selbst, dass ein Kühlschrank nicht direkt neben der Heizung oder dem Herd platziert werden sollte, dennoch vernachlässigen viele diese Selbstverständlichkeit.

Achten Sie auch darauf, dass der Kühlschrank nicht zugestellt wird. Das Gerät produziert Abwärme und darf deshalb nicht direkt an die Wand gestellt werden. Lassen Sie einige Zentimeter für die Belüftung platz und verdecken Sie nicht die Lüftungsöffnungen. Wenn Sie diesen Energiespartipp beherzigen, sparen Sie zehn Prozent Stromkosten im Jahr.

Bei der Planung einer neuen Küche sollten Sie den Planer auf den idealen Standort des Kühlschrankes hinweisen. Wenn Sie es vermeiden können, lassen Sie das Kühlgerät nicht direkt im Küchenschrank einbauen. 

Den optimalen Standort im Haus erfahren Sie über die Klimaklasse:

  • SN für Subnormal: Der Kühlschrank kann in einem Raum mit einer Temperatur zwischen 10 und 32 Grad Celsius aufgestellt werden
  • N für Normal: Der optimale Standort für das Gerät ist in einem Raum mit einer Temperatur zwischen 16 und 32 Grad Celsius.
  • ST für Subtropen: Der Raum darf eine Temperatur zwischen 16 und 38 Grad Celsius haben.
  • T für Tropen: Die Zimmertemperatur darf zwischen 16 bis 43 Grad Celsius liegen.

5. Ziehen Sie den Stecker

Sollten Sie in den Urlaub fahren oder den Kühlschrank für eine längere Zeit nicht benötigen, ziehen Sie einfach den Stecker. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Kühlschranktüren offen lassen. Im schlimmsten Fall kann sich im Kühlschrank sonst Schimmel bilden. Wenn Sie nicht alle Lebensmittel rechtzeitig verbrauchen können, klingeln Sie beim Nachbarn oder bei Verwandten und verschenken Sie die Nahrungsmittel.

6. Die Größe ist entscheidend

Die richtige Größe des Kühlschranks kann entscheidend sein, denn wer sich als Single beispielsweise einen Kühlschrank mit einem Nutzinhalt von über 300 Litern zulegt, verschwendet unnötig Energie. Im leeren Kühlschrank befindet sich mehr Luft, als bei einem vollen Kühlgerät und die Luft zu kühlen, ist sehr stromintensiv. Im Single-Haushalt genügt ein Fassungsvermögen bis 100 Liter. Als Faustegel gilt, dass jede weitere Person etwa 50 Liter an Fassungsvermögen im Kühlschrank benötigt. Die Stiftung Warentest empfiehlt ähnliche Richtwerte. 

Bevor Sie sich ein Gerät zu legen, sollten Sie sich über die Größe des Kühlgerätes Gedanken machen. Große Kühlschränke mit zwei Türen im amerikanischen Stil sehen zwar schick aus, verbrauchen aber auch viel Strom. Entscheiden Sie sich nicht für ein Statussymbol, sondern für die Umwelt.

7. Auftauen im Kühlschrank

Viele Menschen machen den Fehler, dass sie Fisch, Fleisch, Gemüse… direkt aus dem Gefrierfach nehmen und bei Zimmertemperatur auftauen lassen. Ökologisch sinnvoller ist es, die Lebensmittel in den Kühlschrank zu tun und dort auftauen zu lassen. Die tiefgefrorenen Lebensmittel geben die Kälte dann an das Gerät ab. Dadurch sparen Sie bares Geld.

8. Den Kühlschrank Abtauen

Werfen Sie einen Blick in Ihr Gefrierfach. Sollte sich an den Wänden und auf den Boden eine dicke Eisschicht gebildet haben, empfehlen wir den Kühlschrank abzutauen. Kühlschränke mit stark vereisten Oberflächen benötigen mehr Strom. Ein Grund dafür können undichte Türen sein. Überprüfen Sie deshalb die Türdichtungen. Defekte Türdichtungen sollten schnell ausgewechselt werden.

Einige Hersteller wie zum Beispiel Samsung oder Bosch bieten bereits „No Frost“ Kühlgeräte an. Ein solches Gerät müssen Sie nicht mehr abtauen. Erkundigen Sie sich vorher beim Fachhändler.

9. Speisen abkühlen lassen

Generell sollten warme Speisen nicht in den Kühlschrank getan werden. Erst wenn die Speisen auf Zimmertemperatur heruntergekühlt sind, können sie in den Kühlschrank getan werden. Der Energieverbrauch wird sonst nur unnötig gesteigert.

10. Öffnen Sie die Kühlschranktür nur bei Bedarf

Bevor Sie Lebensmittel aus den Kühlschrank holen, sollten Sie sich genau überlegen was Sie benötigen.  Durch unüberlegtes Öffnen der Kühlschranktür entweicht bis zu 20 Prozent der vorhandenen Kälte.

Fazit

Bereits mit einfachen Mitteln lässt sich der Stromverbrauch senken. Überlegen Sie beim nächsten Mal, bevor Sie die Kühlschranktür öffnen. Räumen Sie den Kühlschrank richtig ein und tauen Sie ab und zu das Gefrierfach ab. Der Geldbeutel wird es Ihnen danken. Bei Neuanschaffungen sollte auf die Größe, No-Frost-Funktion und Energieeffizienzklasse geachtet werden.

Autor: Martin Brosy