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Im Jahre 1998 arbeiteten lediglich 66.600 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien. Vierzehn Jahre später, nämlich 2012 besaßen schon 377.800 Menschen einen Beruf in der Branche und laut Schätzungen des BMU sollen bis 2020 ungefähr 500.000 Personen eine Anstellung in der aufstrebenden Branche der regenerativen Energien finden. Dies entspricht einer Steigerung von knapp 33 Prozent in acht Jahren. Für das Jahr 2030 rechnet das Deutsche Institut der Wirtschaft, kurz DIW sogar mit einem Potential von 600.000 zu vergebenden Stellen. Diese Zahlen und Prognosen wiedersprechen der täglichen Wahrnehmung durch die Medien, denn dort liest man viel über Solarbauer, die pleitegehen und Windkraftanlagen-Hersteller, die unter den Konkurrenzdruck aus Fernost leiden. Der Boom wird meiner Meinung nach aber anhalten, denn die Nachfrage nach Anlagen zur Wärme- und Stromerzeugung wird weiter ansteigen, weil die Gas-, Öl-, und Strompreise sich weiterhin erhöhen werden. Auch wenn die Solarbauer indes gegen den Preisverfall ihrer Module kämpfen und Lagerbestände abbauen müssen, wird die Nachfrage nach dem reinigenden Gewitter in der Solarbranche weiter zunehmen. Das gleiche gilt für die Windenergiebranche. Die energetische Gebäudesanierung trägt ebenfalls einen wichtigen und oft nicht genug gewürdigten Anteil zur Energiewende und zum Jobwunder bei. Studien haben ergeben, dass von den 18 Millionen Gebäuden in Deutschland mehr als 12 Millionen saniert werden müssten. Das beginnt mit dem Austausch von Fenstern und Heizkesseln und endet bei der Dämmung von Wänden. Das Potential dieser Branche ist enorm und trug dazu bei, dass im letzten Jahr 340.000 Menschen in diesem Bereich in einem Arbeitsverhältnis waren.

Der Erneuerbare-Energien-Boom geht zum großen Teil auf die staatlichen Subventionen zurück. Einige Institute, wie das Rheinisch-Westfälische Institut haben den Zusammenhang zwischen erhöhten Strompreis, welcher auf den erneuerbaren Energien zurückzuführen ist und Arbeitsplatzeffekte untersucht. Das Ergebnis ist denkbar schlecht, denn laut den Forschern verringert sich durch die Mehrausgaben für Strom die Kaufkraft der privaten Haushalte. Das Geld fehlt an Konsumausgaben in anderen Branchen und führt zu Mindereinnahmen in anderen Sektoren. Im Extremfall müssen diese betroffenen Branchen Mitarbeiter entlassen und auf Investitionen verzichten. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Institut für Wirtschaftsforschung Halle, kurz IWH. Das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart meint, dass die Subventionen, welche durchs EEG geregelt werden dauerhaft keine positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erzielen. Es gibt also auch in diesem Bereich immer zwei Seiten der Medaille.


Dennoch wird Deutschland als Standort weiterhin attraktiv bleiben. Bereits heute bilden die Betriebe der Branche überdurchschnittlich viel aus und vermelden weiterhin einen Fachkräftemangel. Die stabilen politischen und strukturellen Verhältnisse in Deutschland machen das Land zu einem sehr guten Unternehmensstandort. Obwohl die Lohnkosten vergleichsweise hoch sind, kann ein Unternehmen auf qualifiziertes Personal, einer guten Infrastruktur und einem starken Forschungsbereich zurückgreifen. Dank der vielen Mittelständler bleiben die Investitionen regional gebunden und es bauen sich Wertschöpfungsketten auf. In Norddeutschland liegt die Wertschöpfungsquote bei 50 Prozent. In Ostdeutschland sind es lediglich 20 Prozent.

Aktuell gibt es etwa 300 Studiengänge für erneuerbare Energien. Hinzu kommen eine Vielzahl an Ausbildungs- und Weiterbildungsplätzen. So kann zum Beispiel in Celle an der Bohrmeisterschule ein zweijähriger Kurs zum Techniker Bohrtechnik/Fördertechnik absolviert werden. Der Kurs kostet zwar 25.600 Euro, bringt dem Absolventen aber anschließend ein Brutto-Einstiegsgehalt von 2.300 bis 2.600 Euro ein. Ähnlich ist dies bei Studiengängen zum Ingenieur oder Umwelttechniker.

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Autor: Martin Brosy